## Inflationstrends: Ein sanfter Anstoß
Ah, Inflation – ein Thema, so fesselnd wie eine Tasse Tee und genauso wichtig. Das renommierte Bureau of Labor Statistics [verkündete](https://www.bls.gov/news.release/cpi.nr0.htm) einen Anstieg des Verbraucherpreisindex (VPI). Im November stieg er um 0.3 Prozent und damit im Jahresvergleich um 2.7 Prozent. Dies ist ein bescheidener, aber dennoch bemerkenswerter Anstieg gegenüber den 2.4 Prozent im September und den 2.6 Prozent im Oktober. Das ist entscheidend, finden Sie nicht?
### Preise für Unterkünfte: Eine heikle Angelegenheit
Interessanterweise scheinen diese Veränderungen maßgeblich von den Wohnkosten getrieben zu sein. Der Index für Wohnen stieg im November um 0.3 Prozent und machte damit fast 40 Prozent des gesamten monatlichen Anstiegs aus. [The Daily Economy](https://thedailyeconomy.org/article/dont-dread-dwindling-disinflation/) legt nahe, dass solche Preissteigerungen bei Wohnen typischerweise auf Preissteigerungen bei anderen Waren und Dienstleistungen folgen. Dies ist ein Lichtblick, da Wohnen den Verbraucherpreisindex stark beeinflusst.
### Ein genauerer Blick auf den Kern-VPI
Der Kern-Verbraucherpreisindex (VPI), ohne die notorisch schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise, scheint stabil zu bleiben. Erneut stieg er im November um 0.3 Prozent, wie schon im September und Oktober. Das Wachstum im Jahresvergleich liegt weiterhin bei 3.3 Prozent. Ist Stabilität nicht zumindest in diesem Zusammenhang eine beruhigende Eigenschaft?
### Verbraucherpreisindex und Unterkunft: Der komplizierte Tanz
Von Februar 2021 bis November 2022 übertraf der Gesamt-VPI seine Wohnkostenkomponente. Das Wachstum im Wohnbereich erreichte im März 8.2 mit recht robusten 2023 Prozent seinen Höhepunkt, ist seitdem aber rückläufig. Die Rückgangsrate hat sich jedoch abgeschwächt und liegt weiterhin über dem Gesamt-VPI-Wachstum. Wohnen macht, wie man bedenkt, einen erheblichen Teil des VPI aus – etwa [ein Drittel](https://www.brookings.edu/articles/how-does-the-consumer-price-index-account-for-the-cost-of-housing/). Dies verdeutlicht, warum die Preisschwankungen bei Wohnen enorm sind.
## Die geldpolitische Landschaft
### Fed Funds Rate und Realzins
Was die Geldpolitik betrifft, so liegt der Zielbereich für den Leitzins derzeit bei etwa 4.50 bis 4.75 Prozent. Inflationsbereinigt ergibt sich daraus ein Realzins von 1.80 bis 2.05 Prozent. Ein ziemlicher Vergleich. Der [natürliche Zinssatz](https://www.newyorkfed.org/research/policy/rstar), der inflationsbereinigte Zinssatz, an dem sich die Geldpolitik üblicherweise orientiert, lag im dritten Quartal 0.77 wahrscheinlich zwischen 1.26 und 3 Prozent. Die Geldpolitik bleibt also straff, wenn auch weniger streng als in den vergangenen Monaten.
### Der Drahtseilakt mit der Geldmenge
Monetäre Daten zeichnen tatsächlich ein ähnliches Bild. Die Geldmenge M2, bekannt für die Quantifizierung der Geldmenge, [wuchs](https://fred.stlouisfed.org/series/WM2NS#0) im letzten Jahr um rund 3.7 Prozent. Gleichzeitig [wuchsen](https://centerforfinancialstability.org/amfm_data.php) breitere Aggregate, die die Liquidität berücksichtigen, um 2.64 bis 2.97 Prozent. Das Wachstum der Geldmenge bedeutet jedoch nicht zwangsläufig „lockeres Geld“. Wir müssen es mit der Geldnachfrage vergleichen.
### Berechnete Schätzungen
Bei der Schätzung der Geldnachfrage werden Bevölkerungswachstum und reales BIP-Wachstum berücksichtigt. Aktuelle Daten zeigen, dass die US-Bevölkerung jährlich um etwa 0.5 Prozent wächst, während das reale BIP um 2.7 Prozent wächst. Zusammengerechnet ergibt das 3.2 Prozent und übertrifft damit alle monetären Aggregate. Das deutet auf eine moderat knappe Geldmenge hin, meinen Sie nicht auch?
### Zukunftsprognose: Warten auf das FOMC
Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) wird voraussichtlich am 17. und 18. Dezember zusammentreten. Zinssenkungen sollten nicht auf der Tagesordnung stehen. Es liegen praktisch genügend Daten vor, die auf einen möglichen, wenn auch hoffentlich vorübergehenden Stillstand der Disinflation hindeuten. Eine weitere Lockerung der Geldpolitik ist nach wie vor unangebracht. Stattdessen erscheint es sinnvoller, das aktuelle Zinsziel von 4.50 bis 4.75 Prozent beizubehalten und sich möglicherweise auf eine Zinserhöhung Anfang nächsten Jahres vorzubereiten, falls spätere Daten einen Rückgang der Inflationsrate von 2 Prozent anzeigen.
Und da haben wir es: einen recht charmanten Ausblick auf die Inflationsgeschichten aus der Währungspolitik.